Zur Kunst ist Franz Baumberger auf Umwegen gekommen.

1940 in Eschlikon, Kanton Thurgau geboren, lernte er ursprünglich Metzger, führte dann das Restaurant Palme, danach das Jazz Lokal Bazillus in Zürich.

1986 übernahm er die Ustaria Grusch Alba in Guarda, welche unter ihm schon bald zur Legende wurde.

Wer einmal seine Kochkünste am offenen Feuer erleben durfte, wird sich gerne an die sinnlichen Erfahrungen erinnern, welche weit über die reinen Gaumenfreuden hinaus führten.

Parallel zu seinem Wirken als Gastronom in Guarda entstanden in jener Zeit in einem wahren Schaffensrausch eine Vielzahl von Bildern, die in ihrer Wucht nicht für jeden auf Anhieb zu erfassen waren.









Als Künstler und Mensch war er ebenso neugierig auf Alltägliches, als auch auf jene Welten, die sich hinter dem Sichtbaren verbergen. Aus dem Drang heraus zu verstehen, resultierte wohl der unbedingte Wunsch diese Neugier in eine eigene, kompromisslose Bildsprache zu Übersetzen.

Wer als Besucher des Grusch Alba Antennen für Kunst hatte, wurde von Franz Baumberger behutsam in sein angrenzendes Atelier geleitet. Unvermutet gelangte man an einen Ort, der den Horizont in kosmische Tiefen erweiterte. Sein vollends von Ihm geprägtes KunstReich vermittelte Eindrücke in ein Leben voller Leidenschaft, welches weit über sein künstlerisches Werk hinaus ging.

Wesentliche Anteile seiner Energie offenbarten sich erst, nachdem man ihm in seine Welt gefolgte war. Reichlich beschenkt, manchmal auch einfach nur glücklich, verliess man dann nach langen intensiven Gesprächen sein Atelier, oft mit dem Gefühl, von einer weiten Reise wieder nach Hause zu kommen.

Seine letzten Jahre verbrachte Franz Baumberger in Amden, wo er sich nochmals unter Einsatz all seiner Kräfte für Kunst und Kultur engagierte.

Nebst seiner physischen Existenz hat er sich intensiv der seelischgeistigen Ebene zugewandt, was sich künstlerisch im Symbol "Blume des Lebens" manifestierte.

Während eines von ihm gewählten Prozesses von 21 Tagen ohne Nahrung, seiner Erfahrung von "Leben durch Lichtnahrung", entstanden tägliche Bildaufzeichnungen von grösster Intensität.

In ihrer Ausdrucksweise viel sparsamer als alle vorangehenden Werke entsprechen sie seiner Auffassung einer "seelischer Seismographie" in Bildern wohl am Vollkommensten.










Am Ufer des Inns, zwischen Susch und Zernez, hinterlässt Franz Baumberger in Symbole eingebundene Gedanken.

Durch einfache Bearbeitung und Kennzeichnung von Felsstücken verwandelte er einen Flecken dieser Erde in ein Kraftfeld tätiger Auseinandersetzung mit den Wesensfragen des Lebens.

Eine historische Hinrichtungsstätte in unmittelbarer Nachbarschaft hat er in diese Arbeit miteinbezogen. Die Kontur des Schattenwurfs seines eigenen Körpers liess er in einen Felsen eingravieren, als Zeichen des Mutes, zu sagen: "Schaut her, es gibt mich!"

Gleichwohl wird wohl schon bald niemand mehr den Ursprung dieses Schattenwurfs kennen, so wenig, wie man jene kennt, deren Leben vor langer Zeit auf dem Richtplatz der Gerechtigkeit geopfert wurden.

In der Schweiz und im nahen Ausland präsentierte Franz Baumberger mehrmals Werke an Ausstellungen. So zum Beispiel 1994 in Bülach, oder 2001 in Schweinfurt. An beiden Orten stehen heute Skulpturen von ihm im öffentlichen Raum, wo sie auf Dauer zu besichtigen sind.

Zur Ausstellung nach Schweinfurt wurde damals auch ein zwölfteiliger Steinkreis gebracht. Nach dem Rücktransport in die Schweiz wurde das Werk an mehreren Orten gezeigt, zuletzt in Amden, in einem Hochmoor.

2010, also bereits nach dem Tod von Franz Baumberger wurde das Werk von Bürgern der Stadt Schweinfurt angekauft und der Stadt geschenkt, wo es heute in einem Park aufgestellt ist.